Waldlehrpfad


Besuchen Sie den Waldlehrpfad zu den historischen Nutzungsformen.

Hier erfährt der Wanderer Näheres über die damalige  Arbeit der Zeidler, Schneidemüller, Köhler, Ziegelstreicher und Holzknechte.

Holzknecht

Unsere heutigen, vielfach das Landschaftsbild prägenden Wälder sind in dieser Form erst das Resultat der „modernen“ Forstwirtschaft, seit dem Übergang zu Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Davor (1523-1811) gehörte Dammendorf zum Johanniterordensamt Friedland. Mit der nach Gründung der Burg Meißen im Jahre 929 n. Chr. einsetzenden Ostexpansion deutscher Siedler in die von Sorben dünn besiedelte, strichweise nahezu menschenleere Oberlausitz nahm der Beweidungsdruck auf die Wälder zu. Eine Folge der Waldbeweidung war eine fortschreitende Überalterung der Waldbestände. Der einst dicht geschlossene Wald verkam allmählich zum stark gelichteten Hutewald, und schließlich zur fast baumlosen „Steppe“.
Das Mittelalter war die Epoche exzessiver Waldrodung. Das Rodungswerk gestaltete erstmals im mittel europäischen Raum die gesamte Landschaft zu einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft um, die kontinuierlichen Feldbau ermöglichte. Großflächig geschlossene Wälder verschwanden und der verbliebene Allemendewald unterlag einer Vielzahl von gemeinschaftlichen Nutzungen. Da die Bedürfnisse nach Holz und die Anforderungen an den Wald in früheren Zeiten andere als heute waren, hatte der Wald ein anderes Gesicht.

Ist das wirtschaftliche Ziel (neben Schutz- und Erholungsfunktion gleichberechtigt) heute in den meisten Wäldern die Produktion von starkem, wertvollem Holz, so standen in früheren Jahrhunderten vielfach die Waldweide, die Streunutzung, die Brennholzwerbung, Eisenverhüttung und Glasherstellung sowie die damit
einhergehende Köhlerei und Aschebrennerei, aber auch in den herrschaftlichen Wäldern die Jagd im Vordergrund des Eigentümerinteresses.

Mit der zunehmenden Besiedelung der Landschaft stieg der Holzverbrauch stark an. Diese Siedlungen verursachten umfangreiche Rodungen, sie benötigten Bauholz und Brennholz. Wald war ausreichend vorhanden und verjüngte sich nach den Nutzungseingriffen größtenteils wieder natürlich, so dass eine planmäßige, nachhaltige Forstwirtschaft im heutigen Sinne nicht notwendig war.

Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts konnte der Wald die ihm zugefügten „Wunden“ immer wieder und irgendwann schließen. Doch ab 1230 setzte hier eine große Rodungstätigkeit ein und der Wald verlor dauerhaft Territorium an den Menschen. Wie die Pollenanalysen aus dem Großen Trebbelsee zeigen, war zu dieser Zeit bereits der Großteil der Schlaubehänge abgeholzt, der Boden wurde in hohem Maße ausgespült und die natürliche Eutrophierung des Gewässers stieg plötzlich steil an. Im Großen und ganzen kann man sagen; ging es dem Menschen gut, so ging es dem Wald schlecht und umgekehrt.

Dieser 3 km lange Rundkurs möchte die ehemaligen Nutzungsformen im Wald darstellen. Und von denen gab es einige. Unter anderem wird die Arbeit der Köhler. Zeidler. Russbrenner, Lohmacher, Schnitter, Schneidemüller, Ziegelmacher und Holzknechte beschrieben.

Die Textauswahl erfolgte durch Ralf Hartwig.
Die Bilder dazu malte Benjamin Roggan, Waldarbeiter in Dammendorf.