Naturpark vs. Windpark?

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum), reifes, ausgefärbtes Männchen, Was macht unsere Region einzigartig? Warum besuchen unser Schlaubetal jedes Jahr zehntausende Menschen aus dem Umland, Berlin und zunehmend auch aus anderen Teilen Deutschlands? Warum ist das Schlaubetal einst zu einem Naturpark erklärt und ausgezeichnet worden? Warum wurden in den letzten Jahren millionenschwere Investitionen in den Ausbau von Rad- und Wanderwegen getätigt?

Die Antworten sind recht leicht zu finden. Ein paar Beispiele:

Fremdenverkehrsverein Müllrose schreibt:

„… Insbesondere für Freunde der aktiven Erholung führt kein Weg am Schlaubetal vorbei. Wenn Sie wandern möchten – mit oder ohne Rad -, unberührte Natur in ihrer Artenvielfalt erleben wollen oder aber in den herrlich erfrischenden Seen, die die Schlaube auf ihrem Weg durch das gleichnamige Bachtal wie eine Perlenkette aufreiht, baden wollen, erwartet Sie hier ein idealer Standort für Freizeit und Erholung. …“

Quelle:  http://www.amt-schlaubetal.de/index.php?id=43

Tourismus-Marketing Schlaubetal e.V. schreibt:

„… In diesem Bereich, in dem die Schlaube eine Kette von Seen durchfließt, sind auch noch ursprüngliche Buchenwälder erhalten geblieben. Über 1.000 Pflanzenarten sind bis heute im Naturpark nachgewiesen, darunter derzeit noch 13 Orchideenarten und bedeutende Farne wie Rippen- und Königsfarn. Fast 200 Vogelarten wurden festgestellt. Neben Fischotter und mehrere Fledermausarten leben See- und Fischadler, Uhu und Eisvogel, Schwarzstorch und Schreiadler, Sumpfschildkröte und Bachforelle im Naturpark. …“

Quelle: http://www.schlaubetal-online.de/

Die Naturparkverwaltung Schlaubetal äußert sich:

“ … Der Naturpark Schlaubetal gilt als der Naturpark des Wanderns. Das Tal der Schlaube und die Reicherskreuzer Heide bilden das Herz des Naturparks. Sie werden im Osten durch das Dorchetal mit seinen Übergängen zur Auenlandschaft von Oder und Neiße und nach Süden durch das Gubener Naherholungsgebiet mit seinen Badeseen ergänzt. …“

Quelle: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.438807.de

Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) schreibt:

„… Zusammen mit den Biosphärenreservaten sind die Naturparks Modellregionen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Regionalentwicklung. Hier trifft der Urlauber nicht nur auf schöne Natur, er hat auch die Möglichkeit, beim Bauern regionale Produkte zu erwerben. Der Naturtourismus wird so zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein in den Regionen. Viele bäuerliche Betriebe haben inzwischen Teile ihres Hofes mit Ferienwohnungen für den „Urlaub auf dem Lande“ hergerichtet. …“

Quelle: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323211.de

Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH schreibt:

„… Das Schlaubetal ist ein Geheimtipp für Naturliebhaber und ein Wanderparadies. Die in den Wirchenwiesen entspringende Schlaube schlängelt sich verträumt auf ihren 20 km langen Lauf durch wildromantische Täler, sumpfige Wiesen, mal dickes Gebüsch, mal weite Wälder und speist mit ihrem klaren Wasser malerische Seen und treibt wie vor hundert Jahren klappernde Mühlen an. Zu Recht wird das Schlaubetal als das wohl schönste Bachtal Brandenburgs angepriesen. Ist es doch ein Zeugnis für die Unberührtheit und die Vollkommenheit der Natur in wohltuender Abgeschiedenheit und Stille. …“

Quelle: http://www.reiseland-brandenburg.de/ausfluege/ausflugsregionen/schlaubetal.html

Ich persönlich bin der Meinung, die TMB trifft den Nagel auf den Kopf. Und da wir alle nicht auf den Kopf gefallen sind, wissen wir, dass es nicht nur wichtig ist, diese Abgeschiedenheit und Stille als unser Gold als DAS GOLD DER REGION zu verstehen. Wir wissen auch, dass das Thema Energiepolitik gern etwas überhitzt diskutiert wird, und manchmal auch zu Fehlentwicklungen führen kann. Wir sind uns sicher einig, dass der Energiehunger durch den Wandel in ein klimafreundliches Gewinnen und Haushalten von Energie überführt werden muss. [spätere Ergänzung: Dazu ist es nicht nötig, Naturparks (weder hier noch anderswo) zu torpedieren.] Wir erkennen, wenngleich es vielen Mensch auch in Ämtern und Verwaltung (denn sie sind allesamt auch nur Menschen) schwer fällt das große Ganze der Energiepolitik, das Zusammenspiel von Wissenschaft, Industrie und Politik von Nachfrage und Angebot zu erfassen, dass sich viel getan hat in den letzten Jahrzehnten und sich das Rad auch weiter dreht und drehen muss.

Ich glaube auch, ich spreche für eine Mehrheit, wenn ich schreibe, dass wir hier im Schlaubetal gern unseren Beitrag zum Erhalt der Natur und zur Sensibilisierung des Bewusstseins für das Leben außerhalb von Stadt, Lärm und Feinstaub leisten. Außerhalb von „Geiz ist Geil“ und „Ich bin doch nicht blöd“. Wir helfen den gestressten Managern von Erdölfördergesellschaften, ebenso den Wind- und Solarparkerrichtern, den Bankern, Berufspolitikern und Lobbyisten sowie allen die das Schlaubetal ohnehin schon kennen oder kennen lernen wollen gern ihren Ruhepol zu finden! Zum Beispiel in einem unserer idyllisch gelegenen Gasthäuser und Hotels im Naturpark Schlaubetal. Wir freuen uns über 6,5 cent jedes verdienten Euros der Volkswirtschaft der Oderland-Spree Region die dem Tourismus zu verdanken sind. Wir laden Sie ein und freuen uns auf ihren Besuch. Und wenn sie sich mal verlaufen im tiefen Schlaubetaler Wald, dann suchen sie sich ein trockenes Fleckchen, legen sich ins samtweiche Moos, schauen zum Himmel durchs Geäst, lauschen dem Wald, dem Tirilie und Schirip Schip Schieh, dem Trommeln und Pochen des Spechtes, den urzeitlich anmutenden Schreien der Kraniche, dem Schimpfen des Eichelherrs, dem Rascheln der Waldmaus, dem Knabbern der Eichhörnchen, dem Quietschen und Knacksen der sich reibenden Baumkronen und sehen sie den Wolken zu, wie sie die Zeit fort tragen. Ihre Zeit. Geniessen sie den Moment.

Wir [Schlaubetaler] sind wohl zu selten unser eigener Gast und finden diverse Ausreden, warum wir nicht mal wieder mit dem Rad oder zu Fuß das Schlaubetal erkunden. Doch wir wohnen tatsächlich da, wo andere Urlaub machen. Es ist sicher ein Phänomen, das in vielen Urlaubsregionen grassiert, dass Urlauber manchmal die eigene Heimat besser kennen und vor allem auch zu schätzen wissen als die Menschen vor Ort. Drum schnappen sie sich das Radel, schalten sie die Flimmerkiste, den Rasenmäher oder das Gerät vor dem sie augenblicklich sitzen aus und schauen sie sich um, zum Beispiel in Siehdichum!

Gehen sie wie ein Urlauber durch ihre Heimat und schauen sie durch dessen Brille. Lassen sie sich verwöhnen von dem was TMB, Tourismusvereine und Landesumweltamt und alle die gern hier sind anpreisen und offenbar schon lange (zu schätzen) wissen.

Ich wünsche ihnen eine erholsame Zeit.

Sebastian Rückheim

PS:
Unterzeichnen sie hier und jetzt gegen die Pläne
des Windparkeignungsgebiet 41.