Erntefest in Dammendorf

Hoch steht das Getreide aus dem vom Hirsch nur noch das Geweih zu sehen ist. Die Sonnenblumen nehmen Form an, und nicht mehr lang, dann werden die Maislabyrinte wieder zum Verlaufen einladen. In der Prignitz wurden gar schon die ersten Getreidefelder rasiert. Auch die Obstblüte blieb weitestgehend vom Frost verschont, so dass – den letzten Imkern unserer Region sei dank – die Kirschen Gefieder und Zweibeiner locken. Es ist einige Jahre her, dass die Ernte in Dammendorf mit einem Fest gefeiert wurde. In diesem Jahr tanzt man von einem Fest zum nächsten. Jubiläen häufen sich als gäbe es eine mathematische Methode dahinter.

Dass das Erntefest noch vor einigen Jahren ein fröhliches Tam Tam mit Marschmusik von der Kapelle,  reichlich geschmückten Erntekränzen und adretten Frauen in sommerlichen Kleidern sowie Herren in bassen Gewändern war, beweisen die Schwarzweißaufnahmen aus Dammendorf.

Die Tradition des Erntefeierns wird nun zusammen mit den alten Bildern wieder aus dem Schuhkarton und dem Gedächtnis geholt und ins Jahr 2012 auf den Dammendorfer Anger katapultiert. Beim Frühjahrstreffen der Mitglieder des Heimatvereins sprudelten sogleich Ideen zum Festprogramm. Das wichtigste ist wohl die Erntekrone, welche am Wappenmast auf dem Anger gehisst werden soll. Man darf gespannt sein, ob die Frauen das Kränzeln noch können. Die Herrschaften werden ihren knatternden Stolz aus der Scheune fahren, und die kleinen und großen Kinder dürfen beim Pfeil- und Bogenschiessen oder beim Feuer löschen ihr Geschick unter Beweis stellen. Kulinarisch träumt man von selbstgebackenem knusprigen Steinofenbrot aus hiesigen Hoföfen mit Butter, Schmalz uns Salz. Der Fischer erntet zwar nicht, dafür bietet er sein Gefangenes geräuchert an. Wer es lieblich mag, dem wird das Maul mit Honig von unseren Feldern, Wiesen und Wäldern beschmiert. Für die Frostbeulen, Romantiker und Knüppelkuchenbäcker wirds am Lagerfeuer so richtig gemütlich. Wer dem Handwerk verbunden ist, kann das Korbflechten probieren oder sich vom Stellmacher erklären lassen, wie aus  Holz ein Rad entsteht. Und auf die Ohren gibt es ordentlich was von den Schlaubetaler Musikanten.